SOLIST FÜR DIE FREIHAUSGASSE GESUCHT…
und gefunden in
RICHARD KLAMMER für die ab 8. Juli in Villach stattfindende Ausstellung
seiner neuen Werke unter dem Titel solist is lost. Die Trompete lässt er
zu Hause, dafür leert er die Wände seines Klagenfurter Ateliers und
zeigt erstmals eine Auswahl neuer Arbeiten der letzten Zeit.
Beeindruckend
die große Himmelsbilder mit Flugzeugen und Helikoptern und ganz neu -
und noch nie gezeigt - eine Serie in verschiedenen zum Teil großen
Formaten von Favelas, auch Shanty Towns, oder Armenviertel genannt.
Bilder die in ihrer Eindringlichkeit und gekonnten Malweise neben der
primären Assoziation auch einen hohen ästhetischen Wert haben.
Großformate die einen Hauch von Slumdogmilionaire- Atmosphäre in all
ihrer Farbenpracht und architektonischen Fragilität zu Schau stellen. Da
sind große malerische Gesten nicht gefragt, sondern konzentrierte
Pinselarbeit und sensibles Farbfeeling lassen diese Stadtansicht fast so
schnell wachsen wie ihre realen Vorbilder.
Klammers große Obsession
der letzten Jahre, die Beschäftigung mit dem Thema Wasser, darf
natürlich in der Ausstellung nicht fehlen. Wasseroberflächen mit
hintergründigem Blick in die
Tiefe und allem was notwendig ist um im
Bild zu versinken sind ebenso zu sehen wie ein Raum im Keller der
Galerie, der den Gemeinschaftsarbeiten der Kunstsportgruppehochobir
gewidmet ist, deren Motor und Kommunikator der Künstler ist.
Erstaunlich
– allerdings, wie nicht anders erwartet bei so einem Multitalent - ist
die Vielfalt der einzelnen Werkgruppen, die scheinbar unabhängig
voneinander existieren können. Jedoch alle haben eines gemeinsam: die
Lust Richard Klammers am Arbeiten, den Wunsch sich nicht selbst zu
reproduzieren und nur die allerbesten Fähigkeiten eines zeitgenössischen
Malers.
Ulli Sturm